Tausende Reisende genießen jedes Jahr die Ostseeinsel Usedom. Einer von ihnen, Stefan T., kehrt trotz zahlreicher Ausflüge und schöner Naturerlebnisse nicht zurück. Usedom zog 2023 rund 1,8 Millionen Touristen an. Die Ferieninsel bietet weiße Strände, historische Orte und grüne Wälder. Auch Stefan T., ein gebürtiger Lübecker, der heute in Bayern lebt, buchte gemeinsam mit seiner Frau eine Ferienwohnung nahe Wolgast.
Inhaltsverzeichnis:
- Unhöflicher Empfang in Wolgast
- Problematische Gastronomie in Peenemünde
- Fehlende Beschilderung auf Campingplätzen
- Freilaufende Hunde trotz Verbot
- Eindruck bleibt zwiegespalten
Unhöflicher Empfang in Wolgast
Nach seiner Reise sprach er mit dem „Nordkurier“. Sein Fazit ist ernüchternd: Die unfreundliche Art einiger Inselbewohner trübte die Urlaubserfahrung erheblich.
Schon bei der Ankunft in der Ferienwohnung fühlte sich das Ehepaar unwillkommen. Obwohl sie noch innerhalb der vereinbarten Anreisezeit eintrafen, begrüßte die Kontaktperson sie schroff. Auf Nachfrage zum Wäschepaket reagierte man ebenfalls abweisend. Das Paar ließ sich davon zunächst nicht beirren und unternahm Ausflüge über die Insel.
Sie besuchten das Testgelände in Peenemünde.
Sie erkundeten das Lilienthal-Museum in Anklam und das Wasserschloss Mellenthin.
Weitere Stationen waren die Mühle in Pudagla, das Schloss Stolpe und der Aussichtspunkt „Weißer Berg“.
Gespräche mit Einheimischen verliefen dort überwiegend freundlich.
Besonders beeindruckte Stefan T. die dichte Waldlandschaft, die er so auf Usedom nicht erwartet hatte. Trotzdem blieben negative Erlebnisse prägend.
Problematische Gastronomie in Peenemünde
Nach einem Besuch der ehemaligen Versuchsanstalt suchte das Ehepaar eine Möglichkeit zum Essen. Ein Biergarten war geschlossen, was sie angesichts der Vorsaison noch nachvollziehen konnten. Doch auch der Kiosk, der laut Angaben bis 17 Uhr geöffnet sein sollte, war schon um 16:35 Uhr geschlossen.
Ein Mitarbeiter erschien kurz, öffnete die Tür, um etwas zu holen, und schloss dann wieder kommentarlos ab. Auf Nachfrage erhielt Stefan T. nur vage Antworten. Am Ende verließ der Mann das Gelände, ohne den Kiosk zu öffnen. Obwohl Stefan T. Verständnis für Personalengpässe äußerte, kritisierte er das Fehlen von Hinweisschildern.
In seinem eigenen Betrieb würden Informationen wie „Bei Regen geschlossen“ klar kommuniziert. Auch digitale Lösungen wie QR-Codes und Messenger-Dienste kämen dort zum Einsatz. Diese Transparenz wünscht er sich auch von den Gastronomen auf Usedom.
Fehlende Beschilderung auf Campingplätzen
Ein weiteres Problem entdeckte das Paar auf dem Campingplatz in Ückeritz. Zwar erhielten sie eine übersichtliche Karte mit eingezeichneten Strandzonen, doch vor Ort fehlten klare Kennzeichnungen für FKK-, Hunde- und allgemeine Strandabschnitte. Ohne Karte war nicht zu erkennen, welcher Bereich wofür gedacht war.
Stefan T. hält eine bessere Ausschilderung für dringend notwendig. Die Kosten dafür seien überschaubar, der Nutzen jedoch groß. Insbesondere für Erstbesucher sei die Orientierung am Strand schwierig.
Freilaufende Hunde trotz Verbot
Besonders empörte Stefan T. die Situation an einem Strand nahe Peenemünde. Trotz gut sichtbarer Hundeverbotsschilder liefen mehrere Hunde frei herum. Er versuchte, das Problem zu melden – zunächst telefonisch beim Tourismusbüro und der Polizei, dann per E-Mail an das Ordnungsamt. Doch er erhielt keine Rückmeldung.
Für ihn steht fest: Freilaufende Hunde trotz Verbot sind ein Sicherheitsrisiko und Zeichen mangelnden Respekts. Auch wenn viele Menschen freundlich gewesen seien, trübten diese Vorfälle das Gesamtbild erheblich.
Eindruck bleibt zwiegespalten
Die Reise brachte viele schöne Eindrücke: Natur, Architektur und persönliche Begegnungen. Dennoch überwiegen bei Stefan T. die negativen Erfahrungen. Er kritisiert mangelnde Servicebereitschaft, fehlende Information und Gleichgültigkeit bei Regelverstößen. Seinen Freunden und Kollegen berichtete er offen davon. Für ihn ist klar: Eine Rückkehr nach Usedom kommt nicht in Frage.
Quelle: Nordkurier