Fünf Seebrücken verbinden Usedom mit der Ostsee
Fünf Seebrücken verbinden Usedom mit der Ostsee, Foto: pixabay

Fünf Seebrücken auf der Insel Usedom ragen hunderte Meter in die Ostsee hinein und sind heute bedeutende Wahrzeichen Mecklenburg-Vorpommerns. Von Ahlbeck bis Zinnowitz faszinieren sie jährlich tausende Besucher. Jede der fünf Brücken besitzt dabei ihren eigenen Charakter, ihre eigene Geschichte und architektonische Besonderheit.

  • Diese Seebrücken bieten:
    • Längen zwischen 280 und 508 Metern
    • Baujahre von 1898 bis 2021
    • Plattformen mit Restaurants, Geschäften oder Tauchgondeln
    • Regelmäßige Nutzung durch Fahrgastschiffe während der Saison

Inhaltsverzeichnis:

Seebrücke Ahlbeck als Filmkulisse für Loriot

Die älteste der fünf Seebrücken wurde 1898 im Kaiserbad Ahlbeck errichtet und misst 280 Meter. Besonders bekannt wurde sie durch die Komödie „Pappa ante portas“, die 1990/91 mit Vicco von Bülow (Loriot) am Ahlbecker Strand gedreht wurde. Auch der Film „Die Russen kommen“ von 1987 nutzte die Brücke als Kulisse.

Markant ist das Restaurant mit vier Türmen, das sich auf einer Plattform über dem Strand erhebt. Es gehört zu den meistfotografierten Motiven auf der Insel. Die Ahlbecker Brücke ist somit nicht nur ein Bauwerk, sondern ein Symbol für Usedom.

Heringsdorfer Brücke mit Pyramide über dem Meer

Mit 508 Metern war die Seebrücke in Heringsdorf bis 2024 die längste auf dem europäischen Festland. Erst die neue Brücke in Prerow übertraf sie. Die heutige Brücke wurde in den 1990er-Jahren erbaut und ist fast vollständig überdacht. Ihre auffällige Pyramidenstruktur am Brückenkopf dient als Restaurant.

Am Fuß der Anlage befindet sich eine bunte Ladenpassage. Die frühere Brücke – die Kaiser-Wilhelm-Brücke – brannte 1958 ab. Schon damals beherbergte sie Restaurants und Geschäfte, ähnlich wie ihr heutiger Nachfolger.

Puristisches Bansin und moderne Architektur in Koserow

In Bansin zeigt sich die Seebrücke besonders schlicht. Sie wurde 1990 neu gebaut, nachdem der ursprüngliche Steg durch Wind und Witterung zerstört wurde. Ihre minimalistische Gestaltung bietet Besuchern die Illusion, direkt ins Meer zu gehen.

Koserow hingegen beeindruckt mit einer 2021 eröffneten, wellenförmigen Konstruktion. Die Brücke besitzt mehrere Ebenen, Windschutzplattformen und einen acht Meter hohen Glockenturm. Ihre markante Form erinnert je nach Blickwinkel an eine Schlange oder ein Seeungeheuer. Technisch ist sie höher und stabiler gebaut als ihre vier Vorgänger.

Tauchgondel und Zukunftspläne in Zinnowitz

Die 1993 errichtete Vinetabrücke in Zinnowitz misst 315 Meter und beherbergt eine der größten Attraktionen: eine Tauchgondel. Sie erlaubt bis zu 24 Personen gleichzeitig den Abstieg auf den Ostseeboden. Seit 2006 sind Hunderte trockenen Fußes in die Tiefe gereist.

Zudem ist die Brücke regelmäßig Anlegepunkt für Ausflugsschiffe. Doch sie wird bald ersetzt. Eine Arbeitsgruppe plant bereits ein neues Bauwerk. Die Gemeinde Zinnowitz arbeitet an der Modernisierung, um auch in Zukunft ein Anziehungspunkt zu bleiben.

Die fünf Seebrücken auf Usedom sind nicht nur technische Meisterleistungen, sondern fest verankerte Teile der Inselkultur. Ihre Vielfalt – vom historischen Ahlbeck bis zur futuristischen Konstruktion in Koserow – macht sie zu unverzichtbaren Besuchszielen.

 Quelle: Nordkurier

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