Mandelbäume wachsen auf Usedom trotz harter Winter
Mandelbäume wachsen auf Usedom trotz harter Winter, Foto: Pixabay

Ein ungewöhnliches landwirtschaftliches Projekt sorgt auf der Ostseeinsel Usedom für Aufmerksamkeit. Mehr als 6000 Mandelbäume wurden dort auf ehemaligen Getreideflächen gepflanzt. Damit entstand die nördlichste Plantage dieser Art in Deutschland. Das Vorhaben begann vor einigen Jahren mit der Idee von Stefan Schmidt, dem Leiter des Weinguts Schloss Rattey, das zur Inselmühle Usedom gehört. Unterstützt wird es von Antje Hackbart, die die landwirtschaftliche Leitung auf der Insel übernommen hat.

Inhaltsverzeichnis:

Mandelbäume bei Mönchow

Bei Mönchow wachsen heute rund 6150 Bäume. Anfangs gab es große Schwierigkeiten. Ein harter Winter ließ etwa 90 Prozent der ersten Anpflanzungen erfrieren. Doch das Projekt wurde nicht aufgegeben. Neue Setzlinge aus einer österreichischen Baumschule kamen auf die Insel. Dort wurden insgesamt sechs Sorten in den Boden gesetzt: Marta, Penta, Antoñeta, Lauranne, Makako und Ferragnes.

  • Jede Sorte hat unterschiedliche Eigenschaften
  • Ein modernes Bewässerungssystem unterstützt das Wachstum
  • Ziel ist es, Erfahrungen mit dem Anbau im Norden zu sammeln

Erste Ernte auf der Ostseeinsel

Die ersten Bäume haben bereits Früchte getragen. Im laufenden Jahr konnte eine Probeernte von 60 Kilogramm Mandeln eingebracht werden. Fachleute gehen davon aus, dass ein Baum in einem guten Jahr rund 200 Gramm liefern kann. Die Haupterntezeit liegt zwischen Mitte September und Mitte Oktober.

Behzod Yuldashew, verantwortlich für den Obstanbau der Inselmühle, berichtet, dass die Bäume spät blühen und somit weniger von Spätfrösten gefährdet sind. Die Blüte beginnt meist Ende April oder Anfang Mai. Entscheidend sind jedoch ein langer Sommer und ausreichende Wasserversorgung.

Bei Mönchow wachsen heute rund 6150 Bäume
Bei Mönchow wachsen heute rund 6150 Bäume, Foto: Pixabay

Einfluss von Klima und Standort

Der Klimawandel spielt in diesem Projekt eine zentrale Rolle. Die verlängerten Sommer im Norden fördern die Fruchtbildung. Gleichzeitig sorgt der Ostseewind dafür, dass die Feuchtigkeit aus den Bäumen geblasen wird. Das mindert Krankheitsrisiken. Laut Antje Hackbart profitiert die Plantage zusätzlich davon, dass das Haff weniger frostanfällig ist.

Auch die geografische Lage macht das Projekt einzigartig. Während in Rheinland-Pfalz traditionell Mandeln angebaut werden, ist die Insel Usedom der nördlichste Standort mit einer solch großen Fläche. Für Mecklenburg-Vorpommern gilt die Plantage daher als Besonderheit.

Mandeln als wertvolles Superfood

Nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung gehören Mandeln zu den Rosengewächsen. Sie sind reich an ungesättigten Fettsäuren, Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen. Besonders Kalium, Magnesium, Provitamin A, verschiedene B-Vitamine und Vitamin E stecken in den Kernen. 2020 wurden Mandeln vom Statistischen Bundesamt offiziell als „Superfood“ bezeichnet.

Wichtige Inhaltsstoffe im Überblick:

  1. Einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren
  2. Eiweiß
  3. Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium
  4. Provitamin A, B-Vitamine und Vitamin E

Das Bundeszentrum weist jedoch darauf hin, dass Mandeln einen hohen Kaloriengehalt haben. Empfohlen wird eine Menge von etwa 25 Gramm pro Tag.

Mit dem Projekt auf Usedom entsteht somit nicht nur ein landwirtschaftliches Experiment, sondern auch die größte Mandelplantage im Norden Deutschlands. Sie zeigt, wie sich neue Kulturen unter veränderten klimatischen Bedingungen etablieren können.

 Quelle: Nordkurier

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