Der Norden Mecklenburg-Vorpommerns steht vor einem tiefgreifenden Umbau seiner Verkehrsinfrastruktur. In Wolgast laufen parallel zwei Großvorhaben. Beide betreffen die Anbindung der Insel Usedom. Beide gelten als technisch anspruchsvoll. Im Mittelpunkt stehen die neue Peene-Brücke und die Ortsumgehung Wolgast, die bereits in der Vergangenheit für politische Spannungen gesorgt hatten.
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Manuela Schwesig und Friedrich Merz
Im Herbst des vergangenen Jahres erreichte das Projekt bundespolitische Bedeutung. Damals stand die Finanzierung auf der Kippe. Erst ein nächtliches Telefongespräch zwischen Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig von der SPD und Bundeskanzler Friedrich Merz von der CDU brachte die Entscheidung. Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur wurden freigegeben. Damit war die Grundlage für die Entlastung der Verkehrssituation rund um die Ostseeinsel Usedom gesichert, mehr hier.
Das Verkehrsministerium in Schwerin bestätigte nun den Übergang in eine neue Bauphase. „In Vorbereitung auf den Bau der Brücke über die Peene haben in dieser Woche erste Maßnahmen im Uferbereich der Insel Usedom begonnen. Dazu gehört insbesondere der notwendige Schilfschnitt, um den Zugang zum Ufer zu ermöglichen und die weiteren Vorbereitungen für den Brückenbau voranzubringen“, teilte das Ministerium am Dienstagnachmittag mit. Die Arbeiten konzentrieren sich aktuell auf den sensiblen Uferbereich.
Wolfgang Blank und Schwerin
Mit dem Beginn dieser Maßnahmen wurde auch ein politisches Signal gesetzt. „Mit dem Start dieser Arbeiten setzen wir ein klares Zeichen: Die Ortsumgehung Wolgast kommt weiter voran. Das Projekt ist von zentraler Bedeutung für die Verkehrsentlastung der Stadt, für die Anbindung der Insel Usedom und für die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region“, betonte Minister Wolfgang Blank parteilos. Damit unterstrich er die Bedeutung des Vorhabens über die Stadtgrenzen hinaus.
Die Planungen sehen eine Brücke mit klar definierten technischen Parametern vor. Sie wird eine zweispurige Fahrbahn erhalten. Diese ist 8 Meter breit. Die Gesamtlänge beträgt rund 1,4 Kilometer. Die lichte Höhe von 42 Metern über dem Peenestrom sowie bis zu 70 Meter hohe Pylonen ermöglichen künftig eine Schifffahrt ohne Brückenöffnungen. Dadurch sollen Staus reduziert werden, wie sie zuletzt bei Verkehrsbehinderungen aufgetreten waren. Das gilt für das Festland und für Usedom.
Bundesstraße 111 und A20
Die Brücke ist Teil eines größeren Verkehrskonzepts. Sie integriert sich in die 6,8 Kilometer lange Ortsumgehung Wolgast. Diese wird den Verkehr der Bundesstraße 111 südöstlich an der Stadt vorbeiführen. Ziel ist eine dauerhafte Neuordnung der Verkehrsströme.
- bessere Verbindung zwischen der A20 und der Insel Usedom
- verbesserte Anbindung des Hafen- und Industriestandorts Wolgast
- spürbare Entlastung der Innenstadt vom Durchgangsverkehr
Die Gesamtkosten des Vorhabens liegen bei über 500 Millionen Euro. Ursprünglich waren 138 Millionen Euro veranschlagt. Die Differenz verdeutlicht die Dimension des Projekts. Mit dem aktuellen Baufortschritt rückt die Umsetzung jedoch sichtbar voran.
FAQ
Was ist die neue Peene-Brücke bei Wolgast?
Die neue Peene-Brücke ist ein zentraler Bestandteil der Ortsumgehung Wolgast und soll die Verkehrsanbindung zwischen dem Festland und der Insel Usedom dauerhaft verbessern.
Welche Höhe und Länge hat die geplante Brücke?
Die Brücke ist rund 1,4 Kilometer lang, besitzt eine lichte Höhe von 42 Metern über dem Peenestrom und wird von bis zu 70 Meter hohen Pylonen getragen.
Warum ist das Projekt verkehrlich so bedeutend?
Durch die neue Brücke und die 6,8 Kilometer lange Ortsumgehung soll der Durchgangsverkehr aus der Stadt Wolgast herausgeführt und Staus auf dem Weg nach Usedom reduziert werden.
Wann haben die aktuellen Bauvorbereitungen begonnen?
Die aktuellen Maßnahmen starteten mit Arbeiten im Uferbereich der Insel Usedom, darunter der notwendige Schilfschnitt zur Vorbereitung des Brückenbaus.
Wie hoch sind die Gesamtkosten des Projekts?
Die Gesamtkosten für die neue Peene-Brücke und die Ortsumgehung Wolgast belaufen sich auf über 500 Millionen Euro.
Welche politische Bedeutung hatte die Finanzierung?
Die Finanzierung wurde erst nach einem nächtlichen Telefongespräch zwischen Manuela Schwesig und Bundeskanzler Friedrich Merz durch Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur gesichert.
Quelle: Nordkurier, WEBRIVAIG