Kürzere Urlaube und höhere Kosten in MV
Kürzere Urlaube und höhere Kosten in MV, Foto: Pixabay

Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern befindet sich in einer Übergangsphase. Die Saison 2025 gilt als durchschnittlich und herausfordernd, so die Einschätzung von Lars Schwarz, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes im Bundesland. Gäste kommen zwar weiterhin an die Ostsee, nach Rügen, Usedom, Hiddensee oder an die Mecklenburgische Seenplatte, doch ihr Verhalten hat sich spürbar verändert.

Inhaltsverzeichnis:

Lars Schwarz und die kürzeren Aufenthalte

Früher blieben Urlauber oft 14 Tage, heute sind es nur noch 7 bis 10 Tage. Schwarz macht deutlich, dass viele Reisende kurzfristig buchen und seltener langfristige Planungen vornehmen. Gründe sind vor allem eine geringere Kaufkraft und spürbare Zurückhaltung beim Geldausgeben.

  • Aufenthalte dauern im Schnitt 4 bis 7 Tage kürzer.
  • Buchungen erfolgen spontaner.
  • Gäste geben weniger in der Gastronomie aus.

Die Folgen sind auch in Restaurants sichtbar. Viele Familien essen seltener außer Haus und kaufen Wein im Discounter, den sie in der Ferienwohnung trinken.

Kostensteigerungen seit der Corona-Krise

Die Tourismusbranche kämpft weiterhin mit den wirtschaftlichen Nachwirkungen der Pandemie. Schwarz betont, dass sich mehrere Faktoren negativ auswirken.

  1. Hohe Lebensmittelpreise belasten Hotels und Gaststätten.
  2. Gestiegene Energiekosten erhöhen Fixkosten.
  3. Personal wird teurer, da Fachkräfte rar sind.
  4. Rückzahlungen staatlicher Hilfen wirken wie ein Damoklesschwert über den Betrieben.

Mecklenburg-Vorpommern ohne Wintersport

Ein weiterer Faktor ist die starke Saisonalität. Das Land verfügt über keinen Wintertourismus mit Skisaison, wie er in Bayern oder im Harz üblich ist. Schwarz erklärt, dass Mecklenburg-Vorpommern auf einen etwa 70-tägigen Ferienkorridor angewiesen ist.

  • Hauptumsätze entstehen zwischen Juni und August.
  • Hotelzimmerpreise erreichen in dieser Zeit bis zu 200 Euro pro Nacht.
  • Außerhalb der Saison liegen die Preise deutlich niedriger, oft unter 100 Euro.

Die Kritik, Mecklenburg-Vorpommern sei als Urlaubsland zu teuer, weist Schwarz zurück. Entscheidend sei der Durchschnittspreis über das gesamte Jahr.

Hotelzimmer teurer in der Saison
Hotelzimmer teurer in der Saison, Foto: Pixabay

Wetterlage beeinflusst die Saisonbilanz

Die diesjährige Saison wurde zudem durch wechselhaftes Wetter geprägt. Viele Tage waren grau, kühl oder verregnet. Dies führte dazu, dass die Gästezahlen zwar solide, aber nicht außergewöhnlich hoch waren.

Schwarz blickt dennoch vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Sollte der September und Oktober warm bleiben, könnte die Nachsaison die Bilanz verbessern. Damit hoffen Gastgeber, dass die insgesamt durchschnittliche Saison zumindest teilweise ausgeglichen wird.

Mecklenburg-Vorpommern bleibt trotz dieser Herausforderungen ein beliebtes Reiseziel. Mit Ostsee, Inseln und Seenplatte bietet das Land weiterhin Höhepunkte, die seit Jahrzehnten Gäste aus ganz Deutschland anziehen. Doch die Branche muss sich auf ein neues Buchungs- und Ausgabeverhalten einstellen, das die kommenden Jahre prägen dürfte.

 Quelle: Nordkurier

Entdecke spannende Orte auf der Insel Usedom