Die südliche Anbindung der Insel Usedom steht vor einer großen Belastungsprobe. Die Zecheriner Brücke, ein fast hundert Jahre altes Bauwerk, hat ihre Lebensdauer nahezu erreicht. Fachleute warnen, dass ohne rechtzeitige Maßnahmen ein Verkehrskollaps drohen könnte. Die B110 ist für den Tourismus und die Versorgung der Insel unverzichtbar.
Inhaltsverzeichnis:
- Philipp Amthor und Christian Hirte in Vorpommern
- Schäden am Klappmechanismus von 1931
- Planungen für einen Neubau
- Diskussion über Herabstufung des Peenestroms
- Keine Chance für reine Sanierung
Philipp Amthor und Christian Hirte in Vorpommern
Am Peenestrom trafen sich Philipp Amthor aus dem Ministerium für Digitalisierung und Christian Hirte vom Verkehrsministerium. Beide CDU-Politiker betonten die Dringlichkeit der Situation. Hintergrund ist die letzte Begutachtung durch das Landesbauamt. Experten erklärten, dass die Brücke maximal bis 2033 genutzt werden könne. Danach sei ein sicherer Betrieb ungewiss.
Die B110 ist eine der beiden Hauptzufahrten zur Insel. Jährlich passieren mehrere Hunderttausend Fahrzeuge die Verbindung. Besonders in den Sommermonaten mit starkem Reiseverkehr entstehen bereits jetzt Staus.
Schäden am Klappmechanismus von 1931
Das Bauwerk weist gravierende Mängel auf.
- Der Klappmechanismus stammt noch aus dem Jahr 1931
- 1998 wurde der Antrieb modernisiert
- Die Klappe selbst ist jedoch unverändert geblieben
Laut Landesbauamt ist die Konstruktion mehrfach geschweißt worden, doch nun fehlen geeignete Ansatzpunkte für weitere Reparaturen. Neben der Klappe sind auch die Brückenpfeiler geschädigt.
Die Belastung durch modernen Verkehr stellt die Konstruktion zusätzlich vor Probleme. Die Brücke ist für den heutigen Fahrzeugstrom nicht ausgelegt.
Planungen für einen Neubau
Die Straßenverwaltung des Landes arbeitet an Vorschlägen für den Bund. Bereits in diesem Jahr sollen die Pläne in Berlin vorgelegt werden. Untersucht werden derzeit mehrere Varianten, darunter Ersatzneubau als Klappbrücke.
Eine Besonderheit erschwert die Planungen. Über die Brücke verläuft nicht nur die Bundesstraße, sondern auch der Peenestrom als Bundeswasserstraße. Ein Ersatzbau muss deshalb sowohl den Straßen- als auch den Schiffsverkehr berücksichtigen.
Diskussion über Herabstufung des Peenestroms
Vor Ort kam die Idee einer Herabstufung des Gewässers auf. Bei einer Änderung des Status könnte eine feste Brücke mit vorgegebener Durchfahrtshöhe entstehen. Das würde jedoch den Bootsverkehr zwischen Haff und Peenestrom beschränken.
Krister Hennige von der Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg sprach sich für den Vorrang der Straßenverbindung aus. Er stellte klar, dass die Absicherung der Zufahrt nach Usedom für Tourismus und Wirtschaft entscheidend sei.
Keine Chance für reine Sanierung
Manche lokale Stimmen bringen eine Sanierung ins Spiel. Ein Hotelier von Usedom, selbst Verkehrsingenieur, sieht darin kein Problem. Doch die Landesbehörde widerspricht deutlich. Eine Sanierung könne die Lebenszeit nur kurz verlängern, einen Neubau aber nicht ersetzen.
Bisher gehen die Planungen daher ausschließlich von einem Ersatzneubau aus. Die Politik will sicherstellen, dass die südliche Verbindung zur Insel auch künftig funktioniert. Christian Hirte betonte, dass die Menschen vor Ort und die Tourismusbranche auf eine verlässliche Infrastruktur angewiesen seien.
Die kommenden Monate entscheiden, in welche Richtung das projekt gehen wird. Sicher ist nur, dass Handlungsbedarf besteht und eine Lösung zeitnah gefunden werden muss.
Quelle: Nordkurier